Brian Cahill
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Arturo Castro Nava
Arturo Castro Nava
MCAA Management
Sozialversicherung
Hallo zusammen, ich habe eine einjaehrige Stelle am MPI als Gastwissenschaftler bekommen. Leider ist es ein Stipendium und somit gibt es wohl keine Beteiligung an der Sozialversicherung. Soweit ich weiss kann man sich freiwillig Krankenversichern aber geht so etwas auch fuer die Rentenversicherung? Ich bin mitte 30 und hab bisher noch nicht in Deutschland eingezahlt da auch mein PhD durch ein Stipendium vom MPI finanziert wurde und ich danach im Ausland war. Hat jemand da schon Erfahrungen? Ist eine private Rentenversicherung von Vorteil? Danke, Rouven
4 Comments
Hi, ich würde sagen eine private Rentenversicherung ist immer ratsam. Viele Grüße, Astrid
Hallo Rouven,
Es gibt Information über freiwillige Rentenversicherung bei der Deutschen Rentenverscherung: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/02_Start_ins_Berufsleben/03_Existenzgruender/04_freiwillig_versichert/freiwillig_versichert_node.html
Wie Maria erwähnt hat, ist es am Besten einen Termin bei einer Beratungstelle der Deutschen Rentenversicherung zu vereinbaren, um sich bei den Experten beraten zu lassen: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/01_beratung_vor_ort/01_servicezentren_beratungsstellen_node.html
Es gibt für nicht-EU Staatsbürger mittelfristige Vorteile:
1. In vielen Fällen muss man 60 Monaten zur Rentenversicherung beigetragen haben, um Daueraufenthaltstatus in Deutschland zu beantragen. Viele Doktoranden brauchen zwischen 4 und 5 Jahren für die Doktorarbeit. Das ist sehr oft ein kleines Bisschen weniger als 60 Monaten. Ärger mit der Ausländerbehörde in der Schlussphase der Doktorarbeit ist leider ein nicht seltenes Phänomen.
2. Man muss 60 Monaten zur Rentenversicherung (in ganz Europa) beigetragen haben, um überhaupt eine Deutsche Rente zu bekommen. Viele nicht-EU Staatsbürger erreichen 60 Beitragsmonaten nicht. In vielen anderen Ländern muss man nur 24 Beitragsmonaten haben. Deutschland ist hier ziemlich "ausländerunfreundlich" (ich habe "ausländerfeindlich" fast geschrieben).
Die Gesamtzahl von Beitragsmonaten hat eine Auswirkung, vor allem, wenn man das Rentenalter erreicht und bestimmte Mindestzeiten nicht erreicht hat. Das kann zu Rentenkürzungen führen. Die verschiedene Mindestzeiten sind oft 5, 10 oder 40 Jahren. Wenn man studiert hat und danach 10 Jahren auf Basis von Stipendien gearbeitet hat, kann man nur schwer 40 Beitragsjahren erreichen. Es ist klar, dass die Gesetze, Mindestzeiten und Rentenalter von den Politikern in den nächsten 20-30 Jahren geändert werden. MCAA arbeitet mit RESAVER und findyourpension.eu, um die Interessen von MSCA Fellows bezüglich Rentenversicherung zu verteidigen.
Viele Grüsse,
Brian
Find your pension ist nicht von großer Hilfe, leider. Die sind in Karlsruhe und die hatten noch nie Zeit, mich zu treffen. Außerdem muss der Arbeitgeber bei denen registriert sein. Für mich war es schon umständlich, die Bescheinigungen von den Arbeitgebern (ich hatte 3 seitdem ich vor 11 Jahren nach Rumänien zurückkam) für die Internationale Renten in Rumänien hatte. Ja, rumänische Renten kann man auch im Internet abrufen und eine Bescheinigung von der Rentenkasse gedruckt und mit Stempel über die Beiträge haben, aber das reicht für die Berechnung des Arbeitsalters nicht, man braucht auch einzeln von den Arbeitgebern. Es hat fast einen Jahr gedauert, bis ich alles hatte.
Nun, in Rumänien muss man mind. 15 Jahre Rentenbeiträge bezahlt haben um überhaupt Rente zu haben (sonst gibt es nur Sozialhilfe, also noch schlimmer als in Deutschland); ich werde in Dezember 13 Jahre haben und im Januar bin ich 45. Aus Deutschland habe ich leider nur 1 Jahr und 8 Monate, obwohl ich länger gearbeitet habe, aber leider als HiWi und da entspricht nicht ein Monat einem ganzen Monat. Ich hoffe nur, die Uni macht nicht dicht während der wenigen Monaten die ich noch brauche. Denn am Sa. hatten wir ein Treffen, 20 Jahre seit Uniabschluss und die Fakultät für Architektur in der Privatuni in Bukarest macht in 2 Jahre dicht. Die haben bereits die Studierenden der Jahren 2, 3 und 4 zu der staatlichen Uni transferiert, und wenn die von den Jahren 5 und 6 auch fertig werden, machen die dicht. Auch bei uns gibt es immer weniger, wir bekommen die Plätze nicht voll. Sinkenden Geburtenzahlen und die meisten Rumänen gehen ins Ausland. Laut einer Statistik, die ich gestern gehört habe, sind 8 Millionen Rumänen im Ausland und nur 14 Millionen in Rumänien. Wenn es so weiter geht, wird bald die Hälfte im Ausland. Denn Rumänien hat die am schnellsten wachsende Diaspora. Vielleicht kann ich aber dann als Deutschlehrerin (ich habe Pädagogiezeugniss und da ich mein erster Studienabschluss aus Deutschland habe bin ich berechtigt Zeichnen d.h. Kunstlehre auf Deutsch zu lehren) versuchen, denn in Rumänien machen Gymnasien auf Deutsch eins nach dem anderen auf, und die Klassen haben schon über 36 Schüler da alle Deutsch lernen wollen und es schwer ist, Lehrer zu finden, die der Sprache mächtig sind, also vielleicht bleibe ich nicht arbeitslos.
Das habe ich alles der Dame bei der Rentenkasse gesagt, sie hat mich am Mo. angerufen, während ich bei einem rumänisch-deutschen Kooperationsforum war. Wir haben 24 Minuten gesprochen. Sie meinte, in Deutschland dagegen wachsen die Studierendenzahlen, aber die meisten kommen aus dem Ausland.
Während Marie Curie in Italien habe gerade deswegen nicht bezahlt, weil dann Rumänien noch kein EU Mitglied war, und man hätte glaube ich mind. 4 Jahre bezahlt haben. Aber eine Freundin, die dort promoviert hat, hat 3 Jahre aus der Promotion bezahlt, und danach weiterhin freiwillig. Es hat sich für gelohnt, denn sie hat nachher dort auch geheiratet und jetzt arbeitet sie dort.
Was mich interessieren würde - ich mache Gutachten, für Forschungs- und Kulturprojekte. Dafür gibt es auch keine Rentenversicherung, sondern nur Kranken- und Steuerbeiträge (in Rumänien). Kann man das ändern?
danke und Gruß
Maria
Hallo,
ich hatte für die Promotion auch ein Stipendium, und da die Promotion im gleichen Gebiet war wie das Diplom wurde nicht als Studium angerechnet, und ich kann rückwirkend nicht dafür zahlen. Die Dame von der Rentenversicherung hat aber gemeint dass ich freiwillig Beiträge zahlen kann ab jetzt, jetzt lohnt sich aber nicht mehr, da ich jetzt arbeite (in Rumänien) es ging mir eher um die verlorene Jahre, weil ich jetzt dadurch, dass ich Stipendium hatte, bis 66 arbeiten muss in Rumänien um die 35 Jahre Beitragszeiten zu haben ... Ich hatte es versucht mit der Berufsorientiertezusatzausbildung, auch das ist nicht angerechnet. Ich habe es der Dame bei der Rentenversicherung gesagt dass die ganzen Stipendiaten irgendwann im Rentenalter kommen und dann wird man es sehen, und dazu hat sie gemeint dass dies ist eine Lücke im System. Ich finde es auch doof dass man nur zahlen darf wenn man studiert, aber nicht, wenn man Stipendiat ist ...
viele Grüße
Maria